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Evolutionsgeschichte
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Geschrieben von: Andreas Noll   
Sontag, 02. März 2008 20:38

Entwicklungsgeschichte der Haushunde

Nach heutigen Erkenntnissen gehen die Hundeartigen - wie alle Raubtiere - auf die ersten Altraubtiere, die Miaciden vor 50 Millionen Jahren zurück.

Nach dem Auftreten der ersten Neuraubtiere ging die gemeinsame Entwicklung zunächst in Bezug auf den Schädel-, Gebiss- und Fußbau geradlinig in Richtung der heutigen Hunde. Die erste Abspaltung aus dieser Entwicklungslinie dürften die Katzenartigen vor fünfundvierzig Millionen Jahren vollbracht haben, dicht gefolgt von den Bären, Kleinbären, Mardern und Schleichkatzen.

Als die ersten Hundeahnen gelten Raubtiere mit paarig angeordneten Reißzähnen wie das Hesperocyon, der Sunkahetanka, das Archaeocyon, die verschiedenen Borophaginae, und der Phlacocyon. Als erster direkter Vorfahre der heute lebenden Wölfe, Hyänen und Schakale wird zur Zeit der 9 Millionen Jahre alte Eucyon angesehen.

Die eigentliche Entwicklung unserer Hunde begann mit dem Hesperocyon vor 37 Millionen Jahren. Weitere Ahnen waren das Sunkahetanka, Archaeocyon, Borophagus, und Phlaocyon. Alle dieser Arten haben jedoch in der heutigen Zeit keine direkten Nachfahren mehr und stellen ausgestorbene Zweige dieser Familie dar.

Gemeinsamer Vorfahr aller heute noch lebenden Hundegattungen ist das Eucyon vor 7 Millionen Jahren gewesen.

Nun stellt sich aber die Frage welche der heute noch lebenden Canidenarten der Urahn unserer Haushunde ist. Die unglaubliche Vielfalt unserer Hunde stellte Generationen von Wissenschaftlern vor schier unlösbare Rätsel. Sind sie alle einer einzigen Art zugehörig? Wer waren die Ahnen? Was bedeutet dies für die heutigen Hunde?

Nahezu alle Vorfälle in denen Hunde Menschen gefährlich werden resultieren aus einer gestörten Sichtweise heraus. Wir sehen den guten, treuen, intelligenten Hund von Walt Disney oder einen Lassie. Dem kann kein Hund gerecht werden. Einzig ein sachgemäßer Umgang mit Hunden kann helfen Unfälle zu vermeiden. Der Hund ist ebenso ein hoch sozialer Räuber und Aasfresser wie der Wolf. Wer dies weiß kann mit gezielter, hundgerechter Erziehung seine natürlichen Verhaltensweisen in eine für beide Seiten angenehme Richtung lenken.

Nur die Kenntnis um die Herkunft des Haushundes ermöglicht es uns ihm ein Leben zu schaffen, welches seinen Eigenschaften und Bedürfnissen gerecht wird. So wird es uns möglich ein für beide Seiten angenehmes, gefahrloses Zusammenleben zu führen.

Hier ist nur ein kleiner Abriss über die Suche nach dem Urahn unserer Gefährten aufgeführt.

Lange wurde gerätselt über die Abstammung unseres Haushundes. Linné (1707 -1778) stellte Ihn in die Verwandtschaft von Wolf und Goldschakal, machte sich aber keine Gedanken über eine mögliche Abstammung. Darvin`s Evolutionstheorie war zu jenem Zeitpunkt noch nicht erfunden. Dennoch fasste auch er alle Hunderassen schon zu einer einzigen Art zusammen.

Der Direktor der " Jardins Du Roi " in Paris, der Graf von Buffon ( 1707 - 1788 ) dachte allerdings schon fortschrittlicher. Zwar stellte auch er die biblische Schöpfungsgeschichte nicht in Frage, kam aber schon zu dem damals bemerkenswerten Schluss, dass alle lebenden Hunderassen auf eine - allerdings ausgestorbene Urrasse - zurückzuführen seien.

Anton Güldenstedt ( 1745 - 1781 ) , vornehmlich im Kaukasus für die Akademie der Wissenschaften von Petersbug tätig , machte sich als erster über verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Haushund und dem dort sehr verbreiteten Kulturfolger Goldschakal Gedanken.

Sein Landsmann Peter Simon Pallas (1741 - 1811), für dasselbe Institut im europäischen - und asiatischen Russland unterwegs, hielt außer dem Goldschakal auch Fuchs, Wolf, Hyäne, Kojote, Eisfuchs und andere Arten für die Vorfahren des Haushundes. Seiner Meinung nach wäre eine einzige Stammart niemals in der Lage gewesen eine derart vielgestaltige Erscheinungsweise des Hundes hervorzubringen. Zwar hätte die Domestikation mit dem Schakal begonnen, die gezähmten Tiere seien aber kontinuierlich mit anderen Arten vermischt worden.

Selbst Darwin (1809 - 1882) saß der außerordentlichen Variabilität des Hundes auf. Er sah 5 Arten von europäischen, indischen und nordamerikanischen Wölfen, eine oder zwei Arten von südamerikanischen Caniden, mehrere Rassen vom Schakal und vielleicht ein oder mehrere Arten ausgestorbener Caniden als Urväter des Hundes.

Mit dem von L. Rütimeyer 1862 in den Schweizer Pfahlbauten entdecktem Torfspitz kam es zu einer explosionsartigen Entdeckung diverser Ausgangsarten für die verschiedenen Erscheinungsformen des Hundes. Auch hier spielte dem Forscher die außerordentliche Variabilität einen Streich. Niemand kam auf die Idee eine einzige Art als Urform zu betrachten.

Selbst Konrad Lorenz hielt den Goldschakal für den Stammvater der Hunde. Neueste genetische Untersuchungen belegen aber eindeutig, dass einzig und allein der Wolf als alleiniger Stammvater in Betracht kommt. Bei genauerer Betrachtung sieht man bei Ihm, dass alle Farben und Größen in der freien Natur bereits ohne gezielte züchterische Selektion des Menschen vorkommen.

Seit kurzem sieht eine Mehrzahl der Wissenschaftler sogar Hund und Wolf als eine einzige Art an. Der Haushund sei allenfalls eine Unterart des Wolfes, vermutlich nicht einmal dies, sondern nur eine Erscheinungsvariante.

Iberischer Wolf

Polarwolf

Polarwolf © Angelika Möthrath - Fotolia.com
 
 
Text: Andreas Noll / Lengerich
Aktualisiert ( Donnerstag, 27. August 2009 08:20 )
 

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