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Führende Wolfsforscher sind der festen Überzeugung , dass eine psychische und soziale Bindung nur dann erfolgt wenn man jüngste Welpen bei sich aufnimmt. Niemand weiß was unsere Vorfahren dazu animierte die ums Lager streichenden Aasfresser zu domestizieren.
Reicht allein die Erklärung des Kindchenschemas der Wolfswelpen aus um eine eiszeitliche Frau zu animieren einen Wolfswelpen an die Brust zu legen und zu stillen? Eine andere Milchquelle - geschweige denn Haustiere - gab es noch Jahrtausende lang nicht. Dieser Vorgang muss nicht nur einmal stattgefunden haben. Er muss sich unzählige Male auf der ganzen Welt wiederholt haben. Der Wolfsforscher Erik Zimen machte mit 22 Wölfen diesen Zähmungsversuch, jedoch nur ein einziger schloss sich ihm lebenslang an.
Es gibt allerdings viele Zweifel und Ungereimtheiten in dieser Theorie und selbst Ziemen konnte dies im Selbstversuch mit seinen Wolfsjungtieren nicht letzendlich nachweisen. Man darf jedoch davon ausgehen, daß der Mensch vor 130.000 Jahren wesentlich weniger Wolfsjunge zur Verfügung hatte als Ziemen mit seinen über die Jahre verteilten 22 Wolfswelpen die er diesem Versuch unterzog. Wie war es aber dann ? Heute vermutet die Wissenschaft die Wahrheit genau andersrum - nicht der Mensch domestizierte den Wolf sondern es war umgekehrt. Der Wolf sah den Menschen als billigere und ungefährlichere Nahrungsquelle an so wie es heute noch überall in der Welt mit vielen Wildcanidenarten geschieht. Das Pendant zum heutigen Pariahund entstand, der Pariawolf. Es hatte plötzlich nicht mehr der entlegen vom Menschen lebende Wolf den Vorteil sondern der Wolf der seine Scheu am besten ablegen konnte - dazu gehört logischerweise auch das Ablegen vieler wölfischer Rituale. Letztendlich hatte sogar der Wolf den größten Vorteil der auf einen Großteil seiner komplexen , oft auf Aggressionsgesten beruhenden Verhaltensweisen verzichtete und sogar irgendwann dem Menschen aus der Hand fraß. Er hat nicht sein Rudel verloren sondern ein neues gefunden.Es war nicht mehr nötig das Rudel zusammenzurufen und die Jagderregung zu steigern - es war nicht einmal mehr nötig zur Jagd zusammenzuarbeiten. Das Futter kam von alleine. Der Mensch profitierte davon zunächst durch verbesserte hygienische Vehältnisse und damit mehr Gesundheit und zudem durch die Warnung und den Schutz vor Feinden. Nicht der Mensch fand den Hund - es war der Hund der den Menschen fand !
Über den genauen Zeitpunkt dieser Trennung von Hund und Wolf können wir nur spekulieren. Als gesichert wird ein Zeitpunkt vor 14.000 Jahren angesehen aber neueste Unersuchungen der Genabfolge an Skelettfunden weisen auf einen Zeitpunkt vor 135.000 Jahren hin.
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