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Trennungsangst
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Geschrieben von: Andreas Noll   
Mittwoch, 05. März 2008 20:21

Trennungsangst

 

Unendlich langes Jaulen, Zerstörungswut, scheinbarer Verlust der Stubenreinheit, all dies können Anzeichen einer Trennungsangst bei Hunden sein.

Warum haben Hunde Trennungsangst und erfüllt sie überhaupt einen Zweck?

Kann man etwas dagegen unternehmen?

Längst ist nicht alles erforscht und es scheint verschiedene Ursachen zu geben.

Trennungsangst tritt nur bei Brutpflege betreibenden Tierarten auf. Rein wissenschaftlich betrachtet erfüllen all diese Verhaltensweisen den Zweck das Jungtier, bei der Gruppe zu halten und dienen seinem leichteren wiederfinden.

Der empfundene Stress beider Seiten (Hündin und Welpe) soll die Gefahr einer erneuten Entfernung von Welpe und Elterntier verringern.

Haben wir es mit Trennungsangst zu tun, so müssen wir die Ursache also immer im Zusammenhang Eltern / Welpe oder auf den erwachsenen Hund umgerechnet die Verantwortung übernehmenden Teil (Besitzer) und den auf den anderen angewiesenen Teil (Hund) suchen.

Hier gibt es derzeit zwei verschiedene Lösungsansätze welche das Problem zu erklären versuchen.

Der eine Ansatz ist es dem Hund neotenisches Verhalten zu unterstellen, also das beibehalten von kindlichen Verhaltensmustern im Erwachsenenalter. Dies ist bei Hunden nichts ungewöhnliches, in gewisser Weise bleiben sie immer Welpen, sie werden von uns mit Futter versorgt, bevorzugen eher welpenhaftes Kontaktliegen als wölfisches Distanzliegen und bleiben ihr ganzes Leben für ein Spiel weitaus stärker zu haben als Wölfe.

TUBER wies 1996 nach das übertrieben enge Bindungen in aller Regel nur zwischen Hund und Mensch entstehen, nicht zwischen Hund und Hund.

Sicherlich hat dies auch seine Ursache darin, dass nicht wenige Menschen ihre Hunde absichtlich welpenhaft halten – sie behandel sie nicht wie Hunde, sondern eher wie Kleinkinder, ja oft sogar als Kindersatz.

O´HEARE (2004) zufolge würden diese Tiere aus Angst das schützende Elterntier (Besitzer) zu verlieren, in eine oft existenzielle Trennungsangst gestürzt.

Diese Erklärung hat viel für sich und sicher trifft sie oft zu – ein nicht kleiner Teil der unter Trennungsangst leidenden Hunde ist aber keineswegs devot. Oft sind es die richtigen Draufgänger und besonders unabhängigen Hunde welche besonders heftig reagieren – ja es gibt in Extremfällen sogar Hundeangriffe auf deren Besitzer, wenn diese sich entfernen. Mit Neotenie kommt man hier nicht weiter und der Ansatz von O´HEARE bleibt zu oberflächlich.

Hier hilft FENNEL (2000) mit einer Erklärung welche im Grunde dem gleichen Ansatz folgt. Sie sieht das Problem häufig genau umgekehrt. Nicht der Welpe würde seine Mutter suchen, sondern die Mutter ihren Welpen. Oft wären es dominante Hunde, welche es gewohnt sind das in Ihrem Rudel alles nach Ihrer Pfeife tanzt.

Eine derartige Angst bei Trennung wäre die verzweifelte Angst eines Muttertieres (in diesem Fall der Hund) der die Welpen (in diesem Fall der Besitzer) weggenommen würden.

Wie auch immer beide Lösungsansätze beruhen auf dem gleichen Prinzip einer angeborenen Verlustangst zwischen Muttertier und Welpen und beide Lösungsansätze sehen eine Störung in dieser Beziehung. Nur wenn diese Störung beseitigt wird hat man eine Chance das Problem zu lösen. Da die Ursache die eine ähnliche ist, ähneln sich auch die Lösungsansätze beider Autoren. Wichtig ist es den Hund als Hund zu sehen und ihn altersgemäß zu behandeln.

Ein Welpe ist frühestens mit 16 Wochen psychisch reif genug eine Trennung von seinem Rudel zu verkraften. Selbstverständlich muss man dann erst langsam diese Trennungsphasen verlängern – das Alleinsein trainieren.

Provoziert man es früher so kommt zu der angeborenen Verlustangst ein bunter Strauß an Lernerfahrungen hinzu. Neben Assotiationslernen, Sensitivierung und Konditionierungserfahrungen helfen viele unbekannte Faktoren den Hund immer weiter in sein Verhalten hinein zu drängen.

Es gibt diverse Grundregeln welche man beachten sollte. Trennung ist etwas Normales in unserer menschlichen Welt und dies muss der Hund lernen. Es ist also absolut tabu Sachen zu unternehmen die diese Normalität in Hundeaugen aus der Situation entfernen. Alleinsein muss langsam trainiert werden. Hat man dazu nicht die Zeit sollte man sich die Frage stellen ob ein Hund das richtige Tier für einen ist.

Es darf niemals eine Verabschiedung oder Begrüßung des Hundes geben, der Hund muss immer ignoriert werden in diesen Situationen. Wenn sie 5 Minuten später zur Ruhe gekommen sind können sie gerne die Begrüßung nachholen. Der Hauptschlüssel liegt aber zweifellos darin den Hund wie einen Hund zu behandeln, weder als Kindersatz noch als kleinen Pascha. Das Problem ist – sofern es nicht durch Fehlverhalten in der Welpenphase anerzogen wurde - ein reines Beziehungsproblem.

Ebenso empfiehlt es sich den Hund geistig und körperlich zu fordern um nicht eine leicht mit Trennungsangst zu verwechselnde, selbstauferlegte Beschäftigungstherapie des Hundes in einer langweiligen, verlassenen Wohnung zum Tragen kommt.

Aktualisiert ( Sontag, 06. April 2008 13:22 )
 

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